Am 27. Januar 2020 führt das Kompetenznetz Islam und Gesellschaft in Kooperation mit der Katholischen Akademie ein Oberstufenforum für Berliner Schülerinnen und Schüler zum Thema “Islambilder in Schulbüchern” durch.

„Du sollst dir kein Bildnis machen“, lässt Gott Mose ausrichten, und auch der Schriftsteller Max Frisch schreibt, dass gerade darin, wenn wir meinen, wir hätten ein Bild vom Anderen, der Verrat besteht. Schulbücher aber müssen genau das tun: informieren, ein Bild machen – vor allem von dem, was man nicht kennt. In Schulbüchern vermittelt eine Gesellschaft ihr Selbstbild und ihre grundlegenden Werte an die nächste Generation. Dabei ist der Islam oft „das Andere“, das mutmaßlich nicht dazugehört. Welche Bilder vermitteln Schulbücher von Musliminnen und Muslimen? Wie adressieren sie muslimische Schülerinnen und Schüler?

Das Berliner Oberstufenforum lädt Schülerinnen und Schüler dazu ein, gemeinsam mit Prof. Dr. Riem Spielhaus am Beispiel der Wahrnehmung von Muslimen in Schulbüchern zu überlegen, welches Bild wir uns von Anderen machen, was das mit unserem Selbstbild zu tun hat – und was daraus für unser Handeln folgt.

Wann? Montag, den 27. Januar 2020, 9.00 bis 12.00 Uhr
Wo? Katholische Akademie in Berlin, Hannoversche Str. 5, U Oranienburger Tor

Hier geht es zur Anmeldung.

Am 15.11. 2019 gestaltete das Kompetenznetz Islam und Gesellschaft je eine Doppelstunde für eine 10. und 11. Klasse am Evangelischen Zinzendorf-Gymnasium in Herrnhut/Sachsen mit dem Titel “Syrien: Vom friedlichen Protest zum internationalen Konflikt”. Als Referenten sprachen die Islamwissenschaftlerin Dr. Maria-Magdalena Fuchs, Vorstandsmitglied des Kompetenznetzes, sowie Muhannad Taha, Student der Psychologie an der Universität Potsdam und Stipendiat des Evangelischen Studienwerks.

Veranstaltung in Herrnhut (Foto: Katja Junge)

Dr. Fuchs führte zunächst in die Hintergründe des Konflikts ein. Anschließend berichtete Herr Taha anschaulich von seinem Leben in Syrien vor Ausbruch des Krieges, seiner dramatischen Flucht aus Aleppo im Jahr 2015 und dem Ankommen in Deutschland. Eine politische Analyse der Konfliktkonstellation, sowie eine Frage- und Diskussionsrunde mit den Schüler*innen schlossen die Veranstaltung ab.

(Titelfoto: mit freundlicher Genehmigung von Lutz Jäkel. Aus: Lutz Jäkel und Lamya Kaddor, Syrien: Ein Land ohne Krieg. Alle Rechte beim Autor.)

Jahrestreffen 2019 (Foto: Wally Pruß)

Am 16. Juni 2019 hielt das Kompetenznetz Islam und Gesellschaft seine Jahresversammlung in Berlin ab. Es wurden drei neue Mitglieder aufgenommen. Der Verein blickte auf die Arbeit des vergangenen Jahres zurück, wählte einen neuen Vorstand, und diskutierte die Ziele für das neue Jahr. Neben einer zweiten Vortragsreihe sind Workshops, Referate, Expert*innenvermittlung, und Kooperationen mit anderen Vereinen und zivilgesellschaftlichen Initiativen geplant.

(Titelfoto: Wally Pruß)

Von Moscheebauten, Konversionen und anderen Normalitäten: muslimisches Leben in Berlin

Muslim*innen prägen seit Jahrzehnten das Leben in der Hauptstadt. Ihre individuellen Geschichten sind jedoch kaum bekannt. Jenseits hitziger Debatten um Kopftuch, Integration und Sicherheit diskutiert das Kompetenznetz Islam und Gesellschaft im Rahmen der Langen Nacht der Wissenschaften 2019 mit einem Imam und einem Mitglied des Künstlerkollektivs i,Slam über deren Alltagsgeschichten.

15. Juni 2019, 18 Uhr

Berlin Graduate School Muslim Cultures and Societies

Holzlaube der FU-Berlin | Freie Universität Berlin
Fabeckstraße 23/25
14195 Berlin
Raum 1.2058
Daniel Bax (Foto: Iman Zayat)

Mit vier informativen und gut besuchten Abenden ist die Vortragsreihe “Jenseits des Elfenbeinturms: Islam(wissenschaft) im öffentlichen Diskurs”, welche das Kompetenznetz im Wintersemesters 2018/2019 in Kooperation mit dem Institut für Islamwissenschaft an der Freien Universität Berlin durchführt, angelaufen.

Dr. Jan Felix Engelhardt (Foto: Iman Zayat)

So wurde unter anderem darüber diskutiert, was “kritische” Islamwissenschaft ausmacht, welche Rolle Medienschaffenden in Islamdiskursen zukommt, wie Humor öffentliche Debatten über den Islam beeinflussen kann, und wo sich die Islamische Theologie als Studienfach an deutschen Universitäten verortet. Vortragsredner und geladene Gäste waren unter anderem Prof. Dr. Gudrun Krämer, Prof. Dr. Schirin Amir-Moazami (beide Freie Universität Berlin), Prof. Dr. Werner Schiffauer (Europa-Universität Viadrina), Dr. Jan Felix Engelhardt (Akademie für Islam in Wissenschaft und Gesellschaft), Daniel Bax (Mediendienst Integration), Zakariya Keskinkılıç (Alice-Salomon-Hochschule), und Younes Al-Amayra vom Satirekollektiv “Datteltäter”.

Zwei weitere Diskussionsrunden, die jeweils am 23. Januar und 6. Februar 2019 stattfinden werden, beschäftigen sich mit der Rolle des Staates in aktuellen Islamdiskursen und dem “inspizierten Muslim” im Blick der Mehrheitsgesellschaft. Beide Veranstaltungen finden jeweils von 16 bis 18 Uhr an der Freien Universität Berlin, Fabeckstr. 23-25, 3. Obergeschoss, Raum 2.209 statt.

Der Eintritt ist frei, und jede/r herzlich willkommen!

Im Wintersemester 2018/2019 führt das Kompetenznetz Islam und Gesellschaft in Kooperation mit dem Institut für Islamwissenschaft der Freien Universität Berlin eine Vortragsreihe durch. Unter dem Titel „Jenseits des Elfenbeinturms – Islam(wissenschaft) im öffentlichen Diskurs“ laden wir herzlich alle Interessierten zum gemeinsamen Gespräch ein. Die Vorträge mit anschließender Diskussion finden zwischen dem 7. November 2018 und 6. Februar 2019 immer mittwochs von 16 bis 18 Uhr c.t. an der Freien Universität Berlin in der Fabeckstr. 23-25 („Holzlaube“) in Raum 2.2059 (2. OG) statt. Im Gespräch mit Expert*innen unterschiedlicher Disziplinen gehen wir dabei Fragen nach wie: Welche Rolle spielen wissenschaftliche Erkenntnisse über den Islam in aktuellen politischen und gesellschaftlichen Kontroversen? Wie verstehen (Islam-)Wissenschaftler*innen selbst ihre Rolle im öffentlichen Diskurs? Wie hat sich die Islamwissenschaft in den vergangenen Jahrzehnten, und insbesondere nach dem 11. September 2001, entwickelt? Welche weiteren Akteure, wie zum Beispiel Journalist*innen, staatliche Behörden, die neu etablierte islamische Theologie, und andere junge muslimische Stimmen finden Gehör? Alle Veranstaltungen sind öffentlich. Eine Auflistung aller Vorträge finden Sie auf hier, auf dem Flyer rechts, sowie auf unserer Facebook-Seite.

Mit ihrer Idee zur gezielten Vermittlung von fachlichem Wissen über den Islam hat das Team von „wissen.schafft.kommunikation“, Vorläufer des Kompetenznetz Islam und Gesellschaft, im Juli 2017 den zweiten Platz in der Kategorie „Cultural & Social“ beim Wettbewerb der Research to Market Challenge belegt. Er wird jährlich in Kooperation zwischen den großen Berliner Universitäten und verschiedenen Stiftungen ausgeschrieben. Der zweite Preis ist mit 1000 Euro Preisgeld dotiert. Sarah Albrecht und Amir Alexander Fahim nahmen ihn stellvertretend für die Initiative entgegen.

Unter dem Titel “Wissenschaft und Wutbürger: Wie lassen sich Islamdebatten versachlichen?” haben Mitglieder des Kompetenznetzes mit Fachkolleg*innen auf dem 33. Deutschen Orientalistentag in Jena darüber diskutiert, wie sich wissenschaftliche Expertise über den Islam besser in öffentliche Debatten einbringen lässt. Der Roundtable verstand sich dabei als offene Runde zum Erfahrungsaustausch über die Präsenz von Wissenschaftler*innen in der Öffentlichkeit und ihrer Verantwortung für die Wissensvermittlung jenseits universitärer Grenzen.

Am 11. Januar 2018 hat sich das Kompetenznetz Islam und Gesellschaft e. V. in Berlin gegründet. Das Gründungsteam besteht aus sieben jungen Islam- und Religionswissenschaftlern, die schon länger in der Wissenschaftskommunikation tätig sind und über weitreichende Erfahrungen in der Erwachsenenbildung verfügen. Die Satzung des eingetragenen, gemeinnützigen Vereins finden Sie hier – Satzung im PDF Format.